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Marktüberblick

Internationaler Handel von Biomethan

Warum ist der Handel mit Biomethan von Bedeutung? Wie funktioniert der Biomethan Handel in der EU? Wer sind die Schlüsselakteure im Biomethan Markt?

Veröffentlicht am 05.05.2024

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Der Handel mit Biomethan in der EU

Lesedauer:

10 min

Der Handel mit Biomethan gewinnt in der Europäischen Union zunehmend an Bedeutung, da er eine zentrale Rolle in der EU-Strategie zur Förderung erneuerbarer Energien spielt. Biomethan stellt eine umweltfreundliche Alternative zu fossilem Erdgas dar und trägt wesentlich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Biomethanhandel und EU-Energiepolitik: ein Kernstück der EU-Bemühungen um die Förderung erneuerbarer Energien.

  • Mechanismen und Systeme: Herkunftsnachweise, Zertifizierungen und spezialisierte Handelsplattformen sorgen für Nachhaltigkeit und Transparenz.

  • Schlüsselakteure im Biomethanmarkt: ERGAR, Energiebörsen, Regulierungsbehörden und die EEA

  • Herausforderungen: Regulatorische Unterschiede und Anforderungen an die Infrastruktur

Warum ist der Handel mit Biomethan in der EU von Bedeutung?

Um das Ziel der Klimaneutralität für 2050 und die Senkung der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 zu erreichen, ist auch die vermehrte Verwendung von Biomethan eine notwendige Maßnahme. Durch den Handel mit Biomethan wird die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert und der Übergang zu einer nachhaltigeren Energieversorgung unterstützt. 


Nicht nur auf der politischen Ebene gibt es Entwicklungen, die dafür sorgen, dass Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit immer weiter in ihren Fokus rücken müssen. Die Nachfrage von Kunden nach nachhaltigen und klimafreundlichen Produkten und Unternehmen steigt immer weiter an. Dadurch werden die Unternehmen gezwungen, ihre Geschäftspraktiken Schritt für Schritt dahingehend anzupassen. Die Verwendung von Biomethan kann eine von vielen Möglichkeiten sein, den Ausstoß von Treibhausgasen von Unternehmen zu verringern.

Wussten Sie?

Biomethan ist eine erneuerbare Energiequelle und aufgrund der identischen Eigenschaften eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Erdgas. Es spielt eine entscheidende Rolle in der Strategie der EU zur Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und zur Erreichung ihrer Klimaziele. 

Wie funktioniert der Biomethan Handel in der EU?

Biomethan wird sowohl auf nationaler Ebene als auch grenzüberschreitend innerhalb der EU-Mitgliedstaaten gehandelt. Ermöglicht wird dies durch ein System mit Herkunftsnachweisen (RGGOs = Renewable Gas Guarantees of Origin). Nachweise sind essenziell für den Handel mit Biomethan. Sie bestätigen, dass das Gas aus erneuerbaren Quellen stammt und ermöglichen die Einhaltung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards. Sie werden ausgestellt durch Zertifizierungssysteme wie das ISCC (International Sustainability & Carbon Certification). Diese bieten zusätzliche Glaubwürdigkeit und gewährleisten, dass das Biomethan nachhaltig produziert wird.


Spezialisierte Energiebörsen dienen als Handelsplattformen und ermöglichen den Handel von Biomethan und dessen Derivaten. Sie bieten eine transparente Preisbildung und Liquidität im Markt. Der Großteil des Biomethans wird jedoch im Direkthandel gehandelt. Diese Möglichkeit stellt sicher, dass spezifische Bedürfnisse und Anforderungen der Produzenten und Verbraucher erfüllt werden.


Die nationalen Regulierungsbehörden führen nationale Biomethanregister und überwachen und regulieren den Biomethanmarkt innerhalb ihres Landes und tragen zur Einhaltung der EU-Richtlinien bei. Das European Renewable Gas Registry (ERGAR) ermöglicht den internationalen Handel mit Biomethan und den dazugehörigen Herkunftsnachweisen. Als zentrales Register für Biomethan in der EU verbindet ERGAR nationale Register und stellt sicher, dass die Herkunftsnachweise zuverlässig und transparent sind. Im Jahr 2023 wurden 1,2 TWh Biomethan mithilfe des ERGAR gehandelt. 


Ein weiterer Akteur im Biomethanmarkt ist die Europäische Energieagentur (EEA). Sie bietet Unterstützung und Koordination auf europäischer Ebene für die nationalen Regulierungsbehörden und trägt zur Entwicklung und Förderung eines einheitlichen Marktes bei. Dazu kommen Industrie- und Handelsverbände wie die European Biogas Association (EBA), welche die Interessen der Branche vertreten und Best Practices ihrer Mitglieder fördern.

  • Was ist der Unterschied zwischen freiwilligen und verpflichtenden CO2-Märkten?
    Freiwillige CO2-Märkte erlauben Unternehmen und Einzelpersonen, ihre Emissionen auf freiwilliger Basis zu kompensieren, während verpflichtende CO2-Märkte durch staatliche Regulierung vorgegeben sind und Unternehmen zur Einhaltung gesetzlicher Emissionsgrenzen verpflichten.
  • Wie funktioniert das nationale Emissionshandelssystem (nEHS)?
    Das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) in Deutschland wurde im Jahr 2021 eingeführt und deckt vor allem die Sektoren Wärme und Verkehr ab, die nicht unter das EU-Emissionshandelssystem fallen. Unternehmen müssen für jede Tonne CO2, die sie ausstoßen, Zertifikate erwerben. Diese Zertifikate werden zunächst zu festen Preisen ausgegeben, die schrittweise steigen, und ab 2026 durch Auktionen verteilt. Überschüssige Zertifikate können gehandelt werden.
  • Wie tragen CO2-Märkte zur Bekämpfung des Klimawandels bei?
    CO2-Märkte tragen zur Bekämpfung des Klimawandels bei, indem sie finanzielle Anreize für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen schaffen, Investitionen in grüne Technologien fördern und Unternehmen und Länder dabei unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen.
  • Welche Vorteile bieten freiwillige CO2-Märkte?
    Freiwillige CO2-Märkte ermöglichen es Unternehmen und Einzelpersonen, ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren, das Umweltbewusstsein zu stärken und eine positive Öffentlichkeitswirkung zu erzielen. Ein Unternehmen kann an einem freiwilligen CO2-Markt teilnehmen, indem es Emissionsminderungsprojekte finanziert oder Zertifikate von anerkannten Programmen kauft, die den anerkannten Standards für CO2-Kompensation entsprechen.

Welche Chancen und Herausforderungen bestehen im Biomethan Handel?

Der Biomethan Markt in der EU befindet sich in einer Phase des Wachstums, die neue Geschäftsmöglichkeiten für bestehende und neue Akteure bietet. Investitionen in Biomethanprojekte werden durch die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und die politische Unterstützung auf EU-Ebene begünstigt.


Die größten Herausforderungen sind die regulatorischen Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten, die den Handel erschweren können, und der Bedarf an geeigneter Infrastruktur für die Verteilung und Speicherung von Biomethan. Darüber hinaus ist die Integration von Biomethan in bestehende Energiemärkte und -netze eine fortlaufende Aufgabe.

Fazit

Der Biomethan Handel in der Europäischen Union ist ein dynamisches und sich entwickelndes Feld, das wesentlich zur Energiewende und zur Erreichung der Klimaziele der EU beiträgt. Trotz bestehender Herausforderungen bieten die fortschreitende Integration und die Harmonisierung der Marktmechanismen erhebliche Chancen für Unternehmen und die Umwelt. Es ist entscheidend, dass alle Marktakteure die Entwicklungen genau verfolgen und aktiv an der Gestaltung eines nachhaltigen, effizienten und inklusiven Biomethanmarktes mitwirken.

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